Shirley Cambonie
Akademie der bildenden Künste München
Studiengang und Schwerpunkt
Freie Kunst Bildhauerei
Titel der Abschlussarbeit
Éclipse
Was war Ihre erste Reaktion/ Ihr erster Gedanke, als Sie erfahren  haben, dass Sie mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet werden?
Als ich erfuhr mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet worden zu sein, erfuhr ich gleichzeitig, dass ich meinen Atem tatsächlich über eine Minute anhalten kann.

Mit dem folgenden Ausatmen liefen die Jahre des Studiums an mir vorüber, die eine große Herausforderung mit Höhen und Tiefen dargestellt hatten.

Auf dem Weg zum Diplom gab es Momente des Zweifels_ die Frage, ob die künstlerische Arbeit überhaupt sichtbar wird?

Dieser Preis ist eine Anerkennung und ein Zeichen dafür, dass es es wert ist, weiterzumachen, nicht aufzugeben, gerade in dieser Zeit die gesellschaftliche Veränderungen mit sich bringt, die jeden Einzelnen manchmal alleine zurücklassen.

Die Frage der Sichtbarkeit wird sich immer wieder stellen und die Zweifel gehören zu der Arbeit dazu, aber für diesen Moment konnte ich loslassen, ausatmen.

Und ich muss ehrlich sagen, das Glück in diesem Moment erfüllte gefühlt den Nachthimmel über Bayern.
Ich wollte in der Nachbarschaft an die Türen klopfen, um meine Hoffnung mit anderen Menschen zu teilen.
Wo wird Ihre Preisstatue bei Ihnen ihren Platz finden?
Das weiß ich noch nicht genau. Bald werde ich umziehen, und mein Leben wird sich stark verändern.
Es wird ein neuer Ort sein, und ich werde diesen Ort neu einrichten.
Und dort wird es einen Platz für die Statue geben, wo sie sichtbar sein wird, um mich zu erinnern, weiterzumachen, nicht aufzugeben.
Mit wem werden Sie den Livestream des Kulturpreises Bayern ansehen?
In meiner Vorstellung sind Menschen um mich herum, die mich in meinem Herz auf diesem Weg begleitet haben.
Wie sehen Ihre Zukunftspläne (privat/beruflich) aus?
Kunst und Forschung werden weiterhin meine Zukunft bestimmen.
Die nächsten Schritte in meiner künstlerischen Tätigkeit werden sein:
Einen eigenen Keramikofen zu besitzen, um mich frei und intensiv mit diesem Material auseinanderzusetzen, seriell arbeiten zu können.

Und meine schriftliche Recherchearbeit über Kunst, die Verdauung und das Nervensystem fortzuführen.

Meine Bildung und mein kulturelles Engagement stehen immer im Zusammenhang mit den Orten und dem Material, mit denen ich arbeite. Diese ergeben einen Weg. Und der Weg ist das Ziel.
Hier gehts zum Stream